Schmerzen: Weshalb sie sinnvoll sind

schmerzen-und-zahnarztangst_sensitive-dentistsWürden wir keine Schmerzen empfinden können, bliebe so manche Entzündung oder Krankheit in unserem Körper unentdeckt. Schmerzen sind praktisch ein Signal an unser Gehirn und melden, das etwas nicht in gewohnten Bahnen verläuft und wir der schmerzenden Stelle bitte etwas mehr Beachtung schenken sollten. Unser Schmerzempfinden ist wie ein körpereigenes Frühwarnsystem, das uns auf etwaige Fehlfunktionen hinweisen und vor dauerhaften Schädigungen beschützen soll. Ohne Schmerzempfinden würde wohl kaum jemand den Weg zum Arzt gehen, ja nicht einmal merken, das etwas im eigenen Körper nicht stimmt. Die Sinneswahrnehmung Schmerz erfüllt somit eine sehr wichtige Aufgabe in unserem Leben, sind wir doch gezwungen zu Handeln, wenn wir den bewusst erlebten Schmerz wieder loswerden wollen. Der Schmerz übernimmt eine Schutzfunktion in unserem Körper.

Manche Menschen neigen dazu, den Schmerz einfach zu ignorieren, sei es aus Zeit- mangel oder ähnlichen Gründen. Es gibt jedoch auch sehr viele Leute, die unter all- gemeiner Angst vor dem Arztbesuch oder speziell unter der Zahnarztangst leiden. Sie reden sich ein, das der Schmerz von alleine wieder geht, nur um den längst fälligen Termin zur Kontrolle oder Behandlung nicht wahrnehmen zu müssen. So sind  sie wahre Meister im Verdrängen und merken oft zu spät, dass Schlimmeres im Anmarsch ist. Gerade bei Zahnarztproblemen verabschiedet sich der Schmerz gerne mal für eine Zeit, um dann umso intensiver wieder in Erscheinung zu treten. Wäre ursprünglich nur eine kleine Karies zu behandeln gewesen, kann diese sich mittlerweile zu einem beachtlichen Loch entwickelt haben.

Definition Schmerz

Was sind eigentlich Schmerzen?

Es gibt verschiedene Arten, alle haben jedoch eines gemeinsam, ein unangenehmes Sinn- oder Gefühlserlebnis, dass auf Schädigungen in oder an unserem Körper hinweist. Spezielle Schmerzrezeptoren leiten Reize an unser zentrales Nervensystem, entweder an unser Gehirn oder an Nervenleitungen im Rückenmark. Dabei entsteht ein individuelles Schmerzempfinden, da jeder Mensch unterschiedlich auf Schmerz und dessen Symptome reagiert. Des Weiteren misst auch jeder dem Empfinden eine andere Bedeutung zu, je nachdem, ob man eher ein ängstlicher oder ein gelassenerer Typ Mensch ist.  Schmerzen kann man in vier unterschiedliche Bereiche einteilen, in akute, chronische, neurologische sowie psychosomatische Schmerzen.

Bei dem akuten Schmerz signalisiert uns unser Körper, dass eine Gefahr besteht, z.B. eine Verletzung, die möglichst keinen Aufschub duldet und dementsprechend schnell behandelt werden muss. Hier ist die Ursache deutlich erkennbar. Immer dann, wenn ein Gewebe beschädigt wurde, tritt ein akuter Schmerz ein. Dieses ist z.B. der  Fall bei Schnittwunden, Entzündungen, Prellungen, Knochenbrüchen, Verbrennungen oder auch bei Zahnschmerzen bzw. Entzündungen am Zahnfleisch.  Akute Schmerzen dauern nur eine gewisse Zeit, da diese in der Regel sofort behandelt werden und dadurch die Ursache beseitigt wird. Zur Überbrückung starker Beschwerden können je nach Verordnung durch den Arzt Schmerztabletten eingenommen werden. Akuter Schmerz ist überlebenswichtig und dient als Warnsignal.

Ignoriert man einen Schmerz und lässt dessen Ursache wochen- oder monatelang unbe-
handelt, so kann er chronisch werden, er entwickelt sozusagen ein eigenes Krankheitsbild. Die Nerven senden nun anhaltende Schmerzimpulse an das Gehirn, sie haben sich praktisch an den Schmerz gewöhnt. Die eigentliche Ursache der Beschwerden ist meist nicht mehr feststellbar. Ab wann spricht man von chronischen Erkrankungen? Schmerzempfindungen, die über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten fast immer vorhanden sind oder stets wiederkehren, werden als chronisch eingestuft. Man unterteilt sie in verschiedene Bereiche. Schmerzen, die den Betroffenen körperlich in seiner Funktion einschränken, ihn
kognitiv, d.h. in seinem Denken und Befinden beeinflussen oder ihn sozial  beeinträchtigen. Der Schmerz ist nun das vorherrschende Symptom, die eigentliche Ursache rückt in den Hintergrund. Hier ist das Schmerzsyndrom kein Alarmsignal mehr, vielmehr hat es sich zu einer eigenen Krankheit vervollständigt. Begleitet werden chronische Schmerzen oftmals von anderen Begleiterscheinungen  wie z.B. Schlafstörungen, Appetitmangel oder depressiven Verstimmungen. Die Lebensqualität unzähliger Menschen wird erheblich beeinträchtigt.

Eine weitere Form stellen die neuropathischen Schmerzen dar. Als solche werden Schmerzempfindungen bezeichnet, die durch eine Schädigung des Nervensystems verursacht werden. Während bei anderen Schmerzen die Nervenbahnen nur als Leitung dienen, ist bei dem neuropathischen Schmerz das Nervensystem selbst die Ursache. Ist ein Nerv ganz oder in Teilen beschädigt, sendet dieser Impulse an das Gehirn. Derartige Impulse werden nun als Schmerz wahrgenommen, dieser kann wie Feuer brennen oder wie Nadeln stechen. Er kann überfallartig ohne Vorankündigung oder als Dauerschmerz vorhanden sein. Neuropathische Schmerzen infolge eines beschädigten Nervs lassen sich meist nicht mehr ganz beseitigen. Allerdings gibt es viele Therapien, die die vorhandenen Symptome lindern können. Ca. 300.000 Menschen sind in Deutschland von Nervenschmerzen betroffen.

Zu guter Letzt gibt es noch den psychosomatischen Schmerz. Leidet man über einen längeren Zeitraum unter einem Schmerz, für den es keine medizinische Erklärung gibt bzw. eine organische Ursache ausgeschlossen wird, so spricht man von einem psychosomatischen Schmerz. Körper, Geist und Seele bilden eine Einheit. Anhaltende psychische Belastungen, z.B. Stress, Ärger, private und finanzielle Sorgen,Trauer und Depressionen belasten unseren Körper und führen letztendlich zu einer Schwächung unserer Abwehrkräfte. Wir verspüren körperliche Symptome, obwohl keine organische Erkrankung vorliegt. Bei diesen somatoformen Beschwerden klagen die Betroffenen häufig zusätzlich über Ohrgeräusche, Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen. Die Patienten fühlen sich oft hilflos und alleingelassen, ihre Arztbesuche bringen wenig Linderung. Bei dieser Art von Schmerz schreit praktisch die Seele um Hilfe. Psychosomatische Schmerzen sind gut behandelbar, gibt man sich in die richtigen Hände. Speziell ausgebildete Therapeuten können zusammen mit dem Patienten die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele erarbeiten und somit die individuellen Symptome bekämpfen.

Wahrnehmung von Schmerzen

Schmerz hat viele Gesichter, angefangen von leichten Kopfschmerzen bis zu hämmernder Migräne, Rückenschmerzen, leichte bis stark in den Nerv ziehende Zahnschmerzen oder dumpfe, schlecht zu ortende Bauchschmerzen. Sie sind ein fester Begleiter in unserem Alltag, mal mehr, mal weniger spürbar. Doch wie nehmen wir den Schmerz wahr? Sinneszellen, sogenannte Nozizeptoren, sind Zellen mit freien Nervenenden. Sie befinden sich in fast allen Geweben unseres Körpers, vor allem aber in der Haut. Daher spricht man der Haut eine große Bedeutung als Schutzorgan zu. Manche dieser unter der Haut liegenden Sinneszellen reagieren hauptsächlich auf mechanische Reize wie etwa ein Schnitt oder ein Stich. Andere schlagen bei übermäßigem Kontakt mit Hitze oder Kälte Alarm. Damit wir überhaupt einen Schmerz empfinden, muss der ausgeübte Reiz schon sehr ausgeprägt sein.

Subjektive Wahrnehmung von Schmerzen

Jeder Mensch reagiert auf Schmerz unterschiedlich, während die einen laut auf- schreien, verziehen die anderen in der gleichen Situation nur kurz ihr Gesicht. Schmerzwahrnehmung ist subjektiv, hängt von jedem Einzelnen ab, hierbei spielt die Psyche eine ganz große Rolle. Patienten mit Zahnarztangst empfinden beispielsweise wesentlich mehr Schmerz als andere. Bei Angstpatienten reicht allein schon die
Vorstellung, zum Zahnarzt zu gehen, eventuell eine Karies behandeln zu lassen, um Schmerzen zu empfinden. Hier ist es zum großen Teil die Angst, die den Schmerz überhaupt erst auslöst. Denken wir negativ, verstärkt sich unser Schmerzempfinden zusätzlich. Betroffene mit Zahnarztangst, die mit einer hohen Erwartungshaltung an den Schmerz in die Behandlung kommen, spüren diesen wesentlich stärker, als er eigentlich ist.

Schmerz kann man gut aushalten, indem man sich positive Gedanken macht bzw. seine negative Grundeinstellung einmal gründlich überdenkt. Was passiert mir beim  Zahnarzt und warum hab ich eine so große Angst? Hier hilft es, einmal ganz rational an die Sache heranzugehen. Ein ausführliches Gespräch mit dem Zahnarzt, indem über  die vorhandenen Ängste gesprochen wird, ist der erste Schritt. Ein guter einfühlsamer Zahnarzt nimmt sich die Zeit für die Sorgen seines Patienten. So kann ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden, wer sich gut aufgehoben fühlt, kann leichter entspannen. Man kann vereinbaren, dass Kontrolltermine regelmäßig wahrgenommen werden, um sich dann, für eine etwaige Behandlung, einen neuen Termin geben zu lassen. Somit lässt sich schon mal die Angst vor dem Kontrolltermin beseitigen, weiß man doch, dass an diesem Tag noch nichts passiert. Nun bleibt etwas Zeit, um sich auf die Behandlung einzustellen. Hier hilft es, jemanden, dem man vertraut, zur Behandlung mitzunehmen. Eine liebe Person bei sich zu haben, eventuell auch im Behandlungsraum, gibt einem Kraft. Während der Behandlung kann man sich mit positiven Gedanken ablenken. Es kann auch helfen, seinen Schmerz während einer Behandlung ganz bewusst auszuhalten und zu analysieren. Dabei lässt sich feststellen, das der  eigentliche Schmerz gar nicht so schlimm ist, vielmehr sind es die vorangegangenen
Gedanken, die uns den Schmerz bzw.die Angst signalisiert haben. Hat man die Behandlung
erfolgreich hinter sich gebracht, gibt es allen Grund, stolz auf sich zu sein. Diese positive Erfahrung speichert das Gehirn und beim nächsten Zahnarztbesuch lässt sich dieses gute Gefühl wieder abrufen.
Den bewussten Umgang mit Schmerz kann man lernen. Lernen, ihn auszuhalten und somit die Angst davor zu verlieren. Eine Angst, die man lange gehegt und gepflegt hat, abzuschütteln und sich stattdessen mit positiven Gefühlen zu umgeben, macht einen stark. Die Zahnarztangst gehört der Vergangenheit an.

Weiterführende Links:

  1. Zahnarztangst – Was ist das?
  2. Hilft eine Verhaltenstherapie gegen die Angst?
  3. Wann ist eine Zahnbehandlung in Vollnarkose angebracht?
  4. Muss ich Angst vor der Narkose beim Zahnarzt haben?
  5. Zahnarztangst – Warum Sie nicht alleine sind
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